Arbeitatmosphäre in der IGS Enkenbach-Alsenborn.

Mitgliederversammlung  2017

 

Unsere diesjährige Mitgliederversammlung fand standesgemäß in der IGS Enkenbach-Alsenborn statt. So ließ es sich deren Schulleiter Jörg Neurohr auch nicht nehmen, uns nach einer sehr herzlichen Begrüßung bei Kaffee, Kuchen und lecker belegten Brötchen etwas zur Entwicklungsgeschichte dieser Schule und ihren Besonderheiten zu erzählen. Da erforderliche Neuwahlen erst im kommenden Jahr anstehen werden, nahmen die Berichte des Vorstandes diesmal den größten Raum ein. Hier gab es eine ganze Reihe interessanter Punkte zu erwähnen:

Studienreise nach Südtirol-Oktober 2016

Einzelheiten hierzu findet man hier. Der entscheidende Eindruck aus dieser Exkursion ist und bleibt die Frage: Warum ist man hierzulande so zögerlich mit der Verwirklichung von Inklusion? Wenn man sieht, wie weit und selbstverständlich die Entwicklung in Südtirol bereits gediehen ist, bleibt einem nur Unverständnis und Fassungslosigkeit über die Rückständigkeit unseres Landes.

Die große Frage ist: Wie kann man die Erfahrungen der Studienreise bildungspolitisch in Rheinland-Pfalz einbringen? Ein Vorschlag aus der Mitgliederversammlung zielt auf eine evtl. Fortsetzung der Studienreise, dieses Mal mit den beiden Schwerpunkten: Besuch einer Gymnasialen Oberstufe / Konzeption und Umsetzung der Lehrerbildung.

Lehrerbildung in RLP „Runder Tisch“

Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe wird am Dienstag, den 21. November 2017, in der Uni Trier stattfinden.
Es besteht die Absicht an allen weiteren Universitätsstandorten (Koblenz / Mainz / Landau) Angebote zu machen.
Im Dezember 2016 begannen wir zusammen mit dem Zentrum für Lehrerbildung der TU Kaiserslautern die Veranstaltungsreihe „Runder Tisch Lehrkräftebildung“. Wir konnten für die Eröffnung Prof. Dr. Rödler von der Uni Koblenz gewinnen, der den von ihm entwickelten Fernstudiengang „Inklusion und Schule“ vorstellte.

Bündnis ProInklusion

Dauerbrenner in unserer Arbeit ist die Frage „Mit welchen Wegen und Organisationsformen können wir unseren Forderungen ein besseres Gehör verschaffen?“

Intensive Kontakte mit der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen, dem Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz Gemeinsam Leben ‑ Gemeinsam Lernen e.V. und dem Montessori Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. ergaben eine hohe inhaltliche Übereinstimmung in unseren Zielsetzungen.

Um unsere Forderungen zur Inklusion entschiedener und öffentlichkeitswirksamer vortragen zu können, haben wir uns entschlossen, in dem Bündnis „ProInklusion“ zusammenzuschließen. Hier finden Sie Grundsätzliches zu unseren Forderungen.

Wir planen, zu Beginn 2018, mit zwei Veranstaltungen an die Öffentlichkeit zu treten. Unter anderem wird Prof. Dr. Georg Feuser, massiver Kritiker der Umsetzung von Inklusion in Deutschland, referieren.
In der sich anschließenden Aussprache zu diesem Punkt wurde angeregt, die Kontakte und die Kooperation mit BestPraxis –Schulen zu intensivieren.

Erneuerung der Homepage


Artie Leonhardt und Arno Rädler berichten über den Stand der Arbeiten zur Erneuerung beziehungsweise Reaktivierung unserer Homepage. Ergänzende Arbeiten sind noch zu erledigen.

Angeregt wurde ebenfalls unter Hinweis auf den Generationswechsel eine Reaktivierung unserer Facebook-Seite, um weitere Adressaten zu erreichen, ‑ zweifelsfrei eine sinnvolle Maßnahme, die aktuell jedoch an fehlender Manpower ihre Grenzen findet.

Zukunft der Initiative

Bereits auf der letzten Mitgliederversammlung erklärten einige Vorstandsmitglieder, dass sie für eine Wiederwahl für eine nächste Amtsperiode aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Um so dringlicher stellt sich für eine Fortführung unserer Arbeit die Frage nach nötigen Nachfolgerinnen beziehungsweise Nachfolgern. Wir starten daher einen Versuch zur Aktivierung der jüngeren Generation im Rahmen einer Veranstaltung „Zukunft der Initiative“ am 23. November 2017 an der IGS Ingelheim.

Politische Gespräche – Gespräche mit dem Bildungsministerium

Die bisherigen Erfahrungen aus Kontakten zu verantwortlichen Politikern beziehungsweise zum Bildungsministerium sind nicht nur höchst ernüchternd. Sie sind sehr deprimierend. Beispielhaft sei hier auf unsere letzten Kontakte zum Bildungsministerium verwiesen. Die Umsetzung unserer vorrangigen Forderung der Initiative, den Primarbereich komplett inklusiv zu gestalten, wurde vom Ministerium rundheraus „als kontraproduktiv“ abschlägig beschieden. Es wurde weder erkennbar, dass sich das Ministerium in der Pflicht sieht, Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, noch auch nur ansatzweise eine zeitliche Perspektive hierfür eröffnet. Vielmehr wurde in altbekannter Weise die bisherige zögerliche Einrichtung von vereinzelten Schwerpunktschulen als beispielhaft gelobt und als dem Inklusionsgebot der UN-Behindertenrechtskonvention hinreichend entsprechend dargestellt. Ergänzend versteckt man sich hinter „dem Elternwillen“, als sei dieser dem Menschenrecht übergeordnet! Fazit: Eine wirkliche Inklusion in unserem Bildungssystem ist weder von dieser Landesregierung noch vonseiten der Mehrheit unserer Politiker gewollt! Ohne erkennbare Bewegungsbereitschaft bei diesen Gesprächspartnern erübrigen sich solche Gespräche angesichts unserer knappen zeitlichen Ressourcen und der bisherigen Erfolglosigkeit.

Meisenheim, den 12.11.2017 Arno Rädler, Beisitzer.