Vierter Runder Tisch Lehrkräftebildung 20.5.2019

Am 20. Mai 2019 veranstaltete unsere Initiative in Zusammenarbeit mit der Universität Landau und dem dortigen Zentrum für Lehrerbildung einen weiteren Runden Tisch Lehrkräftebildung. Vor einem Auditorium von knapp 50 Personen – in der Mehrzahl Studierende aller Lehrämter eines Seminars des Fachbereichs Erziehungswissenschaften (Frau P. Gottwald) – wies in einer kurzen Eröffnung der Vorsitzende unserer Initiative, Herr F. Bechberger-Derscheidt, auf das 10-jährige Bestehen der UN-Behindertenrechtskonvention hin. Die bis heute nur rudimentäre Umsetzung macht es notwendig, auf die Lehrkräftebildung an den Universitäten des Landes Einfluss zu nehmen.

Im Folgenden wurde das heutige Thema „Multiprofessionelle Teams im inklusiven Unterricht“ sowohl wissenschaftlich als auch aus der Sicht der konkreten Praxiserfahrung bearbeitet.

Zunächst hielten die beiden Bildungswissenschaftlerinnen E. Würtz und K. Wallinda des Sonderpädagogischen Instituts der Universität Landau einen Impulsvortrag mit dem Titel „Systemisch-lösungsorientierte Kooperation im multiprofessionellen Team als Gelingensbedingung für inklusiven Unterricht“. Darin forderten sie einen Paradigmenwechsel von (der Integration dienenden) Best Practice hin zu einer (der Inklusion dienenden) Next Practice. Die dazu notwendige intensive Kooperation verschiedener Lehrkräfte gelingt nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die wichtigsten aus der Sicht der beiden Referentinnen sind:

  • Bereitschaft für Perspektivwechsel;
  • Bereitstellung der individuellen Ressourcen aller Akteure;
  • Bereitschaft außerschulische Unterstützungssysteme zu nutzen;
  • geeignete materielle Bedingungen …

In einem Bericht aus der schulischen Realität wurden diese Thesen untermauert: An der IGS Rockenhausen (Schwerpunktschule), die sich als eine Schule für Alle versteht, unterrichten – meist im Team – die Förderschullehrerin U. Lischber und der Physik- und Mathematiklehrer St. Bachmann. Beide stehen für eine gelingende Kooperation, weil sie bereit sind Absprachen zu treffen und einzuhalten (Raum, Zeit, Inhalt, Verantwortlichkeit), weil sie bereit sind für Rollenwechsel in der Klasse, weil sie gemeinsam individuelle Fähigkeiten erfassen, um individuell differenzieren zu können. Ihr Fazit: Kooperation kann nur gelingen, wenn auf Positivem aufgebaut und lösungsorientiert gehandelt wird, weil in jeder Schule vorhandene infrastrukturelle, finanzielle und personelle Defizite nicht ignoriert werden können.

Es schloss sich eine Diskussion an, die vornehmlich Fragen von Studierenden zum Gegenstand hatten, bis hin zur Forderung nach obligatorischen Veranstaltungen für alle Lehrämter, die inklusiven Unterricht erklärbar machen. Eine erfreuliche Erkenntnis der jungen Menschen.

 

Links oben im Bild die vier Referierenden.

Links oben im Bild die vier Referierenden.