Aktuell:

 

 

 

Gymnasiallehrer beklagen sich über Heterogenität in ihren Klassen!

Am 10.3.2020 erschien in der in Ludwigshafen/Rh erscheinenden Rheinpfalz ein Exzerpt einer Studie, die der Deutsche Philologenverband in Auftrag gegeben hat. Gegenstand der Befragung von 16.000 Gymnasiallehrern war die Bewertung ihrer Arbeitsbedingungen. Herausragendes Ergebnis war die offensichtliche Unfähigkeit im Umgang mit Heterogenität in den Lerngruppen – eine Unzufriedenheit, die so alt ist wie das Gymnasium selbst, eine Unzufriedenheit, die den zwingenden Handlungsbedarf der Bildungspolitik für eine sinnvollere Umgestaltung unserer Schulstruktur nicht deutlicher zeigen kann.

Lesen Sie nachstehend den an die Redaktion der Rheinpfalz geschickten Leserbrief unseres Vorstandsmitglieds Hans-Dieter Leonhardt.

Dass Lehrer eine stark belastete Berufsgruppe sind, ist hinlänglich bekannt. Dass sie mit ihrem Tun zufrieden sind, lässt darauf schließen, dass sie den für sie richtigen Job gewählt haben (laut zitierter Studie immerhin 85%). Verblüffend ist allerdings der Hauptgrund der Unzufriedenheit (bei 95% der Befragten!!), nämlich die großen Leistungsunterschiede der Schülerinnen und Schüler. Will man die Schwächeren nach unten abstoßen?

Wenn dies so an den Gymnasien wahrgenommen wird, dann scheint nicht nur, nein, dann ist in unserem Schulsystem einiges gewaltig schiefgelaufen. An diesem Schultyp wird konsequent die Tatsache verweigert, dass Heterogenität in einer Lerngruppe schon immer – und nicht erst durch neue soziale Verwerfungen in unserer Gesellschaft – ein Fakt war. Glücklicherweise ist eben jeder anders. Und wenn dieser Fakt akzeptiert wird, ist es dann nicht die ureigenste und vornehmste Aufgabe von Pädagogen, dies als spannende Aufgabe anzunehmen und mit adäquaten Methoden die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen?

So entlarvt die Studie in gehörigem Maße die an Gymnasien arbeitenden Lehrer. Ob das die Absicht des Philologenverbands, also des Berufsverbands der Gymnasiallehrer, war?

Glücklicherweise gibt es in unserem Land Schulen – vornehmlich im Grundschulbereich und an einigen Gesamtschulen -, an denen individuelles Fördern und individuelles Lernen als Normalität angesehen wird.

 

 

 

Zuschreibungen unterschiedlicher Kompetenzen von Jungen und Mädchen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich

Die Zuschreibungen unterschiedlicher Kompetenzen von Jungen und Mädchen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sind seit sehr langer Zeit bekannt und empirisch bestätigt, ohne dass sich in der Schulwirklichkeit wirksame Konsequenzen bisher feststellen ließen, wenn man einmal von vereinzelten Vorstößen zu einer getrennten Unterrichtung der beiden Geschlechter in den betreffenden Fächern absieht. Diese Absichten, die auch in der Gefahr standen und stehen, den bewährten gemeinsamen Unterricht wieder aufzukündigen, versickerten jedoch gottlob wieder im pädagogischen Alltag. Allerdings gab es auch keine nachhaltigen pädagoische Entwicklungen, Benachteiligungen von Mädchen durch dominante Jungen erfolgreich entgegenzuwirken.

Was die Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig als Vorsitzende der KMK nun aktuell veranlasst hat, die Geschlechtertrennung wieder aus der  Mottenkiste hervorzuzerren (Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am 18.02.20), bleibt ein Geheimnis der Götter!

Nachstehend ein Leserbrief unseres stellvertretenden Vorsitzenden Arno Rädler:

Bravo Frau Dr. Hubig! Sie sind mal wieder „auf einem guten Weg“! Immer schön sortieren! Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen! Wir Deutsche sind da im internationalen Vergleich ja sowieso Weltmeister; leider nicht mit den gewünschten Resultaten! Das kann man erneut an den PISA-Ergebnissen erkennen. Es ist überdies auch angesichts der Zersplitterungstendenzen in unserem Land angeraten, unser Sortierverhalten auf die Spitze zu treiben, d.h. noch mehr zu trennen als gemeinsam zu lernen!

Werte Frau Hubig! Verständnis füreinander erzielt man durch Begegnung und nicht durch optimierte Separierung! Dies sollte insbesondere Ihnen als Bildungsministerin und der Sie regulierenden sozialdemokratischen Partei einsichtig sein!

Wie wäre es, durch eine wirklich unterstützende Politik neben dem Digitalisierungshype Schulen und Lehrkräfte in die Lage zu versetzen mit den unterschiedlichen Lernmöglichkeiten unserer Kinder und Jugendlichen besser umzugehen?

Arno Rädler, Rektor i.R., Meisenheim.

 

 

Pädagogischer Salon des Bündnis pro INKLUSION

am Dienstag, 26. November 2019, 16-19 Uhr, Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz.

Vor zehn Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention in Bund und Ländern ratifiziert. Daraufhin erfolgten einige Weichenstellungen im Schulgesetz des Landes. Ausgehend von den einschlägigen rheinland-pfälzischen schulgesetzlichen Vorgaben (Stichwörter: Wahlfreiheit der Eltern behinderter Kinder, Entwicklung eines inklusiven Schulsystems, Verankerung der Schwerpunktschulen) möchte pro INKLUSION eine kritische (Zwischen-) Bilanz mit Blick auf die Entwicklung der schulischen Inklusion ziehen. Als Gäste sind geladen:

  • Ottmar Miles-Paul, bis 2014 Behindertenbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz,
  • Dr. Reinald Eichholz, Jurist, Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF, im Verwaltungsrat der Kindernothilfe und im Vorstand der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention,
  • Dr. Anja Hackbarth, Juniorprofessorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulforschung/Inklusion in Mainz,
  • Karin Hantschel, Schulleiterin einer Integrierten Gesamtschule und Schwerpunktschule in Ingelheim,
  • Dr. Brigitte Schumann, der Titel ihrer Dissertation lautet: „Ich schäme mich ja so!“ – Die Sonderschule für Lernbehinderte als „Schonraumfalle“ (Bad Heilbrunn 2007).

 

4. Runder Tisch Lehrkräftebildung
Am 20. Mai 2019 veranstaltete unsere Initiative in Zusammenarbeit mit der Universität Landau und dem dortigen Zentrum für Lehrerbildung einen weiteren Runden Tisch Lehrkräftebildung.
Das Thema 'Multiprofessionelle Teams im inklusiven Unterricht' ist sowohl wissenschaftlich als auch aus der Sicht der konkreten Praxis bearbeitet worden. Lesen Sie den Bericht.

 

Realitätsbezogen und zukunftsorientiert - alles in allem sehr lobenswert!
Die Pressemitteilung der Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz zur Regierungserklärung der Bildungsministerin vom 30. Januar 2019 mahnt unumgängliche Verbesserungen zur Demokratieerziehung an.

 

Die aus der Zeit gefallenen bildungspolitischen Vorstellungen des Landeselternbeirats

Nostalgischer Flachsinn aus der Feder des Landeselternbeirates vom 17.12.2018, noch dazu grob fehlerhaft - daher eine unerlässliche Richtigstellung!

 

Instrumentalisierung durch die Politik?

Der 17-jährige Jeremias Thiel aus Kaiserslautern, der es aus eigener Kraft schaffte, trotz schwierigstem familiärem und sozialem Umfeld eine erfolgreiche Schullaufbahn zu absolvieren, war zum SPD-Landesparteitag am 24. 11. 2018 eingeladen, um über seinen Lebensweg, seine Erfahrungen und Wünsche zu sprechen. Der zu Recht selbstbewusste junge Mann wird dort gefeiert als Beispiel für die angeblich gelungene Politik der SPD, Bildungsgerechtigkeit hierzulande herzustellen.
In allen rheinland-pfälzischen Zeitungen wird darüber ausführlich berichtet, so auch in der Rheinpfalz am Sonntag, v. 25. 11. 2018, auf den sich der Kommentar von Frieder Bechberger-Derscheidt bezieht. Er kritisiert dieses Vorgehen der rheinland-pfälzischen SPD-Spitzen.

 

Bildungspolitische und sonderpädagogische Verfälschung des Rechts auf inklusive Bildung: Historische Hintergründe, gesellschaftliche Folgen und Gegenstrategien

Vortrag von Dr. Brigitte Schumann am 26. Oktober 2018 an der IGS Anna Seghers in Mainz (unser Einladungsplakat) mit dem Thema "Bildungspolitische und sozialpädagogische Verfälschung des Rechts auf inklusive Bildung: Historische Hintergründe, gesellschaftliche Folgen und Gegenstrategien"
(zum Vortrag von Brigitte Schumann, und hier gibt es eine Bilderstrecke zu der Veranstaltung).

 

Etikettenschwindel!

Lesen Sie: Prof. Hans Wocken, „Das Scheitern der Pseudo-Inklusion“. Wocken weist darauf hin, dass die angeblich gestiegenen Inklusionsquoten des letzten Jahrzehnts „eines der größten bildungspolitischen Täuschungsmanöver der Gegenwart“ sind. Die Quote der Schüler, die in Deutschland Sonderschulen besuchen, hat sich in den letzten acht Jahren nur unwesentlich verringert, in Rheinland-Pfalz ist sie sogar leicht gestiegen.

Um trotz dieser Zahlen den Eindruck zu erwecken, dass man sich um Inklusion bemühe, werden deshalb die schwächeren Schüler in den Regelschulen (die es dort schon immer gab) nun als „Schüler mit förderpädagogischem Sonderbedarf“ klassifiziert und als Inklusionsfortschritt ausgegeben.

Wocken fordert einen ehrlichen Neuanfang der Inklusionspolitik und nennt die dringlichsten Maßnahmen dazu …